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Eine Gesellschaft für Familien

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(Stuttgarter Zeitung)

Eine Gesellschaft für Familien

Fritz Himmel, biallo.de, 19.03.2013 15:58 Uhr

Laut einer Postbank-Studie rechnen bereits jetzt 26 Prozent der Empfänger künftiger Erbschaften mit Konflikten. Solche Erbauseinandersetzungen – vor allem bei größeren Familien und Erben mit unterschiedlichen Lebensplanungen und Interessen – bergen enorme Gefahren für das Gesamtvermögen.

Ein sinnvolles Instrument, das Vermögen sicher und generationenübergreifend zu erhalten, bietet hier die Gründung einer Familiengesellschaft“, sagt Agnes Fischl, Fachanwältin für Erbrecht und Steuerberaterin bei der Münchner Kanzlei Convocat. Eine Familiengesellschaft ist ein Zusammenschluss von mehreren Personen, in der Regel Eltern, Kinder und Enkelkinder. Sie ist zumeist eine Personen­gesellschaft wie die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder die Kommanditgesellschaft (KG).

Familienpool als Ziel

Welche Gesellschaftsform die ­geeignete ist, hängt von den beteiligten Personen, deren Lebens­alter, dem zu übertragenden Vermögen und dessen Steuerlast ab. Ein Familienpool kann die Übertragung und das Halten von Grundstücken, Kontoguthaben, Anteilen an Kapitalgesellschaften oder beweglichen Gegen­ständen zum Ziel haben. Dabei wird die Übertragung des Vermögens durch Ein- und Austritt von Gesellschaftern beziehungsweise durch Änderung der jeweiligen Beteiligungsquoten gesteuert.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile: Die Vermögensnachfolge wird unabhängig von den Erbrechtsgesetzen geregelt. „Vorteilhaft ist die frühzeitige Übertragungsmöglichkeit an die nachfolgende Generation, ohne dass gleichzeitig das Vermögen auf­geteilt werden muss oder die Verfügungs- und Nutzungsmöglichkeit hieran verloren geht.“ Die Eltern können sich trotz konstanter Abgabe ihrer Anteile zeitlebens die volle Verfügungsgewalt über das übertragene Vermögen vor­behalten. Dies geschieht, indem der Vermögensinhaber sich bereits bei Gründung der Familien­gesellschaft das alleinige Recht zur Geschäftsführung sowie sämtliche Stimmrechte vorbehält. Weitere wesentliche Vorteile: die optimale Steuerplanung inklusive der Einsparung von Erbschaft- und Einkommensteuer, die Vermeidung von Pflichtteilen und Unterhaltsansprüchen, der Schutz vor Gläubigern der Gesellschafter sowie eine effektive Steuerung des Vermögens bis in die dritte Genera­tion. Nachteile: Veränderungen des Gesellschaftsvertrages sind nur bei Stimmenmehrheiten möglich. Auch fällt ein gewisser Verwaltungsaufwand wie Gesellschafterbeschlüsse oder Steuererklärungen an. Außerdem gibt es Beratungs-, Notar- sowie eventuelle Gebühren für notwendige Grundbuch­einträge.

Geeignet für: alle Familien, die ihr Vermögen dauerhaft vor Zersplitterung und dem möglichen Zugriff Fremder schützen wollen.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.erbrecht-eine-gesellschaft-fuer-familien.cc56ddf6-b380-40d0-9de4-2f8916381c0d.html

 



Eingetragen: 21.4.2013


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