Jastrowsche Klausel

Sog. Pflicht­teils­straf­klau­sel

Es han­delt sich hier­bei um ei­ne Ver­schär­fung der i.d.R ein­ge­setz­ten Klau­sel: Soll­te ei­nes un­se­rer Kin­der beim Tod des Erst­vers­ter­be­nden Pflicht­teils­an­sprü­che gel­tend ­ma­chen, so soll es auch nach dem To­de des Letzt­vers­ter­be­nden nur sei­nen Pflicht­teil er­hal­ten.

 

Die­se Klau­sel hält oft Kin­der nicht da­von ab, gleich­wohl ih­ren Pflicht­teil gel­tend zu ma­chen, da der un­ge­wis­se To­de­sein­tritt des Letzt­vers­ter­be­nen das Ri­si­ko birgt, dass bei des­sen Tod kein Nach­lass mehr vor­han­den ist und der Pflichtteilsberechtigte lie­ber "schnel­les Geld" ha­ben möch­te, als ei­ne un­ge­wis­se Aus­sicht.

Die sog. Jastrowsche Klausel ver­schärft die­se Si­tua­ti­on, in dem hier an­ge­ord­net wird, dass die­je­ngen Kin­der, die ih­ren Pflicht­teil nicht gel­tend ma­chen, aus dem Nach­lass des Erst­vers­ter­be­nden ein Vermächt­nis in Hö­he ih­res ge­setz­li­chen Erb­teils er­hal­ten, das al­ler­dings erst mit Tod des Überlebenden fäl­lig wird. Dies führt da­zu, das auch der Nach­lass des Letzt­vers­ter­ben­den noch einmal ge­schmä­lert wird und der Pflicht­teil des "bösen" Abkömmlings eben­falls.

 

Jah­res­ab­rech­nung des Nach­lass­pfle­gers = Der Nach­lass­pfle­ger ist nicht nur ver­pflich­tet ei­ne Schluss­rech­nung ab­zu­ge­ben, son­dern da­rü­ber hi­naus, jähr­lich ab­zu­rech­nen, wenn sich die Nach­lass­pfleg­schaft über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum hin­zie­hen wird.

 

Es kommt in­so­fern § 1840 Abs. 3 BGB zur An­wen­dung.

 

Bei sehr klei­nen Nach­läs­sen kan­n di­ese Abrechnungsfrist nach ei­nem 3-jäh­ri­gen Ab­stand ver­grö­ßert wer­den. Die Rech­nungs­le­gung kann al­ler­dings er­zwungen wer­den.

» Fenster schließen