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Kosten des Vermieters zur Beseitigung nachträglich eingetretener Schäden

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(FG Düsseldorf) Das Finanzgericht Düsseldorf hat in einem Urteil vom 21.1.2016 - 11 K 4274/13 E entschieden, dass Aufwendungen des Vermieters, die ihm entstehen, um Schäden zu beseitigen, die der Mieter nach Kauf einer Eigentumswohnung verursacht hat, keine anschaffungsnahen Herstellungskosten sind. Stattdessen können sie als sofort abzugsfähige Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung berücksichtigt werden.

Der Entscheidung lag folgender Sachverhalt zugrunde:
Die Klägerin kaufte im April 2007 eine Eigentumswohnung und übernahm das bestehende Mietverhältnis. Die Wohnung befand sich in einem mangelfreien Zustand. Im darauffolgenden Jahr kündigte die Klägerin nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung der Mieterin. Diese Mieterin hinterlie& die Wohnung in einem beschädigten Zustand. Zur Beseitigung der Schäden machte die Klägerin in ihrer Einkommensteuererklärung für 2008 einen Betrag von ca. 20.000 € als sofort abzugsfähigen Aufwand geltend. Das Finanzamt hingegen stufte die Aufwendungen als sogenannte anschaffungsnahe Herstellungskosten ein.

Das FG Düsseldorf stellte fest, dass keine anschaffungsnahen Herstellungskosten vorlägen, obwohl die 15%-Grenze überschritten sei. Diese Vorschrift könne in diesem Fall jedoch nicht angewendet werden. Die Gesetzesbegründung lasse keine Anhaltspunkte dafür erkennen, dass der Gesetzgeber einen Aufwand zur Beseitigung von Schäden nach Erwerb erfassen wollte.

FG Düsseldorf, Urteil vom 21.1.2016 - 11 K 4274/13 E

Eingetragen: 26.3.2016


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