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Steuerrecht Aktuell

Bei streitbefangenen Wohnungseigentümergemeinschaften kann diese Rechtsprechung des BFH zum finanziellen Desaster werden.

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(BFH, Urteil vom 31.01.2017 - IX R 17/16) Kann ein Steuerpflichtiger eine in seinem Eigentum stehende Wohnung aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen dauerhaft nicht in einen betriebsbereiten Zustand versetzen und vermieten, kann das Finanzamt vom Fehlen der Einkünfteerzielungsabsicht ausgehen. Diese Auffassung bestätigt der BFH in seiner jüngst veröffentlichten Rechtsprechung.

Nach Meinung der obersten Finanzrichter kann die Einkünfteerzielungsabsicht, die die Voraussetzung für die steuerliche Geltendmachung von Werbungskosten bei Vermietungsobjekten darstellt, verneint werden, wenn das Objekt nicht mehr in einem vermietbaren Zustand ist. Selbst wenn der Eigentümer sich um die Sanierung und Fertigstellung des Gemeinschaftseigentums durch seine Beteiligung an beschlossenen Sonderumlagen intensiv bemüht, kommt es auf die tatsächlich durchgeführten Maßnahmen und die Vermietungsfähigkeit an. Liegt eine tatsächliche und finanzielle Mitwirkung der Miteigentümer nicht vor und werden daher notwendige Maßnahmen nicht durchgeführt, geht dies zu Lasten des Steuerpflichtigen. Selbst Vermietungsbemühungen durch Einschalten von Maklern werden negiert, wenn der Zustand des Objektes dazu führt, dass diese Bemühungen ins Leere laufen. Insofern ist der Steuerpflichtige auf das Wohlwollen seiner Miteigentümer angewiesen. Gerade bei fremdfinanzierten Wohnungen kann diese Rechtsprechung zu erheblichen finanziellen Nachteilen führen

Eingetragen: 1.1.1970


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